Jetzt noch die Bärlauchzeit genießen

Der Legende nach fand der Meister Petz, als er nach tiefem Winterschlaf aus seiner Höhle kroch, als erstes frisches Grün den Bärlauch – und verschlang ihn gierig: *bärenstark* konnte der Bär nun das neue Jahr beginnen. Diese kleine Anekdote lässt vermuten, wie der Bärlauch zu seinem Namen kam. Andere Namen weisen daher eher auf die Verwendung in der Küche hin: Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Hexenzwiebel oder Zigeunerlauch.

Die Bärlauch-Saison geht so langsam dem Ende entgegen. Schon allein das ist Grund genug, sich noch einmal dieses köstliche Kraut schmecken zu lassen. Aber Bärlauch hat neben den kulinarischen Fähigkeiten auch noch ganz andere Besonderheiten vorzuweisen: Bärlauch ist ein ernstzunehmendes Heilkraut.

Diese Wirkung lässt sich, unter anderem, dem in allen Lauch- oder Zwiebelgewächsen vorkommenden Hauptwirkstoff Allicin zuschreiben. Allicin ist dem Penicillin recht ähnlich. Und so wirkt der Bärlauch entzündungshemmend, antibakteriell und antibiotisch, hilft Schadstoffe im Körper abzubauen und wirkt weiterhin appetitanregend, verdauungsfördernd, gegen Blähungen, gefäßerweiternd, stärkend und kräftigend. So soll er uns im zeitigen Frühjahr, wie dem Bären nach langem Schlaf, zu „Bärenkräften“ verhelfen.

Außerdem wirkt er wunderbar unterstützend, wenn nach einer Antibiotikaanwendung die Darmflora wieder aufgebaut werden muss. Der schweizerische Kräuterpfarrer Johann Künzle war begeistert vom Bärlauch und schrieb: "Die Pflanze reinigt den ganzen Leib, treibt kranke, verstockte Stoffe aus, macht gesundes Blut, vertreibt und tötet giftige Stoffe. Ewig kränkelnde Leute, solche mit Flechten und Aißen, Mehlgesichter, Skrofulöse und Rheumatische sollten den Bärlauch verehren wie Gold. Kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut. Die jungen Leute würden aufblühen wie Rosenspaliere und aufgehen wie ein Tannenzapfen an der Sonne!”

Der Bärlauch, botanisch Allium ursinum, tritt als einer der ersten Frühlingsboten auf und das meistens nicht vereinzelt, sondern bodendeckend und verrät schon von weitem mit leichtem Knoblauchduft seinem Platz. Gesammelt werden die Blätter* im zeitigen Frühjahr vor der Blüte. Größtenteils verwendet man den Bärlauch frisch und genießt ihn dann als Pesto, in Brotaufstrichen, in Suppen und Salaten. Die Blätter lassen sich aber auch wunderbar einfrieren, so kommt man auch außerhalb der Saison in den Genuss des aromatischen Grüns. Die Blüte gibt Salaten eine würzige Note.

Wir jetzt haben wir noch zwei Rezepte, die den Bärlauch prima zur Geltung bringen!

Bärlauchbutter

Zutaten:
250 g Butter, weich
1-2 Bund Bärlauch (je nach gewünschter Intensität)
2 EL Zitronensaft
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer

Zubereitung:
Den Bärlauch klein schneiden. Die weiche Butter mit dem Bärlauch in den Mixer geben. Zitronensaft dazugeben und gut vermischen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Schmeckt am Besten auf frischem Brot.

 

Bärlauch-Flammkuchen (Für zwei Flammkuchen)

Zutaten Flammkuchenteig:
350 g Dinkelmehl Typ 650
1/2 Bund Bärlauch
ca. 200 g Wasser
5 g Hefe
2 EL Ol
1 TL Salz

Topping:
1 Bund Bärlauch
1 Becher Schmand (alternativ Creme frâiche)
1 Zwiebel
Schinken (z.B. luftgetrocknet), nach Geschmack
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Den Bärlauch für den Teig fein hacken. Das Dinkelmehl mit dem Salz mischen. Den fein gehackten Bärlauch untermischen. Die Mehlmischung mit dem Öl und dem Wasser zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig 30 Minuten ruhen lassen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Den Rest Bärlauch fein hacken und mit dem Schmand vermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Zwiebel in feine Ringe schneiden. Den Teig nun zweiteilen und dünn ausrollen, mit der Schmandzubereitung bestreichen. Mit dem Schinken und Zwiebelringen belegen und ca. 20 Minuten backen. Beim Backen aufpassen, die Flammkuchen werden schnell braun und hart!


* ACHTUNG!
Bitte nur sammeln, wenn man klar zwischen Bärlauch und den tödlich giftigen Herbstzeitlosen, Maiglöckchen und Aronstab unterscheiden kann. Für eine zweifelsfreie Unterscheidungsmöglichkeit, sind geführte Kräuterwanderung bei einer Käuterfrau oder einem Kräuterkundigen aus der Region sehr zu empfehlen. Oder man kauft den Bärlauch bundweise bei uns im Hofladen oder auf den Wochenmärkten.

 

Alle Pflanzenteile des Aronstabs sind giftig, denn Sie enthalten u.a. eine hohe Menge an Oxalat und können selbst beim bloßen Berühren für Hautrötungen und Blasenbildung sorgen.

 

Aronstab (Arum) – Vorsicht Verwechslungsgefahr!
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